Rahmenbedingungen

Zwischenseminar 2011 in der Westbank

Vorbereitung, Begleitung und Nachbereitung

Augenhöhe e.V. und unsere Kooperationspartner*innen sind für die Freiwilligen jederzeit ansprechbar. Ein verlässliches und vertrauensvolles Verhältnis miteinander ist uns sehr wichtig. Insbesondere bei Problemen im privaten Umfeld sowie im Projekt wollen wir die Freiwilligen bestmöglich unterstützen und dabei helfen, gemeinsam für alle tragbare Lösungen zu finden.

Augenhöhe e.V. unterstützt die Freiwilligen auch bei organisatorischen Angelegenheiten. Dazu gehören die Beschaffung von Visa, Unterkunft sowie Versicherungen. Die Unterbringung erfolgt in der Regel in einer Wohngemeinschaft oder Gastfamilie.

Die Freiwilligen erhalten durch Augenhöhe und unsere Kooperationspartner*innen eine intensive Vorbereitung, ein Zwischenseminar und ein Nachbereitungsseminar sowie eine kontinuierliche Begleitung während des gesamten Jahres. Außerdem wird für eine ausführliche Sprachvorbereitung vor und nach der Ausreise gesorgt.

Die Freiwilligen werden umfassend vorbereitet, während des Jahres begleitet und auch im Anschluss daran unterstützt.

  • Direkt nach der Auswahl beginnt die individuelle Sprachvorbereitung, die im Gastland durch einen Intensivsprachkurs weitergeführt wird. Alle Freiwilligen nehmen an einem mehrtägigen Vorbereitungsseminar teil. Sie werden in der Gastgesellschaft freundlich empfangen und in der ersten Zeit besonders intensiv unterstützt. Während des Jahres werden die Freiwilligen von Ansprechpartner*innen aus ihrem Herkunftsland wie auch aus der Gastgesellschaft begleitet.
  • Nach etwa einem halben Jahr findet ein Zwischentreffen statt, das den Freiwilligen die Möglichkeit bietet, über das bisher Erlebte zu reflektieren, sich mit anderen Freiwilligen auszutauschen und sich auf die verbleibende Zeit einzustimmen.
  • Nach ihrer Rückkehr erhalten die Freiwilligen auf einem Nachbereitungstreffen erneut die Gelegenheit, sich mit anderen Freiwilligen auszutauschen und das vergangene Jahr zu reflektieren, um das manchmal nicht ganz einfache Wiedereinleben zu erleichtern. Darüber hinaus können sich die Freiwilligen jederzeit an die vertrauten Ansprechpartner*innen wenden.

Uns ist es wichtig, dass die Freiwilligen mit ihren Vorgänger*innen, anderen Ehemaligen und Ansprechpartner*innen in Kontakt treten, da diese mit den Schwierigkeiten und Gegebenheiten vor Ort vertraut sind.

Dauer des Aufenthaltes und Projektarbeit

Erfahrungsgemäß ist ein Aufenthalt von 12 Monaten im Gastland sinnvoll, da es einige Zeit braucht die Sprache zu lernen, sich einzugewöhnen, das Land und das direkte Umfeld kennenzulernen und somit wirklich konstruktiv im Projekt mitarbeiten zu können. Die tatsächliche Dauer des Freiwilligendienstes wird vor Ausreise mit allen Beteiligten entschieden.

Die Freiwilligen verbringen wöchentlich 5 Tage im Projekt – je nach Vereinarungen mit den Projektstellen beläuft sich die Arbeitszeit auf 35 bis 39 Stunden.

Finanzierung

Die Finanzierung der Freiwilligendienste unterscheiden sich für die entsendeten und empfangenen Freiwilligen aufgrund der verschiedenen Gegebenheiten in den Herkunftsregionen. Ihnen gemein ist, dass Augenhöhe e.V. gefördert wird von ENGAGEMENT GLOBAL im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Daneben setzen wir aus Überzeugung auf den Aufbau eines Förderkreises.

a) Freiwillige Entsenden (aus Deutschland):

Aus Überzeugung für die Sache und langjähriger Erfahrung setzen wir bei der Finanzierung der Auslandsaufenthalte auf den Aufbau eines Spenderkreises durch die Freiwilligen. Um einen solchen Aufenthalt mit allen dazugehörigen Teilbereichen (Visa, Flüge, Unterkunft, Verpflegung, Taschengeld, Versicherung und Begleitseminare) zu finanzieren, bedarf es großer Anstrengungen und guter kreativer Ideen aller Beteiligten.

Wir sind überzeugt, dass Verantwortungsübernahme und Engagement beim Spenden sammeln wichtige Kriterien und deutlich erkennbare Indikatoren für das Gelingen eines Freiwilligenjahres sind. Der Aufbau eines Unterstützerkreises eröffnet zudem Möglichkeiten, eine interessierte Öffentlichkeit an den Inhalten und den Grundideen unseres Engagements sowie an den Orten und Gegebenheiten unserer Projekte Teil haben zu lassen.

Um allen, die aus Überzeugung an einem solchen Austausch teilnehmen möchten, unabhängig von der wirtschaftlichen Lage ihrer Familie oder dem Schulabschluss bzw. der Berufsausbildung diese Chance zu ermöglichen, wird von allen Seiten tatkräftige Solidarität und Unterstützung gefordert. Das schließt beispielsweise Mitfreiwillige und Ansprechpartner*innen von Augenhöhe ein. Sollten trotz großer Anstrengungen aller Beteiligten die entstehenden Kosten des Freiwilligenjahres nicht durch den aufgebauten Unterstützerkreis gedeckt werden können, würde Augenhöhe zusammen mit den Freiwilligen gemeinsam nach Lösungen suchen, um den Freiwilligendienst zu ermöglichen. Wir sind sehr zuversichtlich, dass dies mit vereinten Kräften zu schaffen ist und lassen die Freiwilligen auch hierbei nicht auf sich gestellt.

b) Freiwillige Empfangen (aus Palästina):

Der Unterstützerkreis für den ersten Jahrgang wird mit Unterstützung von Augenhöhe aufgebaut. Die Möglichkeiten in Palästina einen Unterstützerkreis aufzubauen, könnte sich für einige Bewerber*innen schwierig gestalten. Um zu verhindern, dass die Finanzierung des Aufenthaltes eine Hürde für die Bewerber*innen darstellt, werden die empfangenen Freiwilligen nicht nur vor ihrem Einsatz, sondern auch während ihres Aufenthaltes in Deutschland zusammen mit Augenhöhe versuchen Gelder zu sammeln. Auch hier wird Einsatzbereitschaft und Eigenaktivität der Freiwilligen gefordert.

Visa

Die Visabeschaffung ist erfahrungsgemäß ein komplexer und langwieriger Prozess. Sowohl der Verein als auch die Freiwilligen sind zur Mitarbeit aufgefordert: Augenhöhe holt alle notwendigen Informationen zum Visum ein. Die Freiwilligen sind dafür zuständig, die entsprechenden Anträge rechtzeitig zu stellen und alle dafür geltenden Auflagen zu erfüllen. Auch um eine eventuell nötige Visumsverlängerung müssen sich die Freiwilligen selbst kümmern.

Versicherung

Der Verein schließt für die gesamte Dauer des Auslandsjahres ein Basis-Versicherungspaket ab, das aus Auslandskrankenversicherung, Haftpflicht-, sowie Unfall- und Invaliditätsversicherung besteht.

Anerkennung

Allen Freiwilligen wird nach Beendigung ihres freiwilligen Jahres ein Zeugnis seitens Augenhöhe und der Projektstelle ausgestellt. Für die offizielle Anerkennung des Dienstes gibt es für die entsendeten und empfangenen Freiwilligen derzeit unterschiedliche Informationen:

a) Freiwillige Entsenden (aus Deutschland):

Ob das Jahr für die entsendeten Freiwilligen offiziell als Freiwilligendienst anerkannt wird, kann zu diesem Zeitpunkt noch nicht zugesichert werden. Dies kann für den Bezug von Kindergeld oder die Aufbewahrung eines bereits zugesagten Studienplatzes wichtig sein.

b) Freiwillige Empfangen (aus Palästina):

Eine Anerkennung des Freiwilligendienstes hängt davon ab, ob die Stelle der Partnerprojekte offiziell als Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ), Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) oder im Rahmen des Bundesfreiwilligendienst (Bufdi) anerkannt wird. Um diese Anerkennungsmöglichkeiten muss sich das Partnerprojekt selbst kümmern. Augenhöhe steht derzeit vor allem mit jenen Projekten in Kontakt, die bereits über eine solche Anerkennung verfügen oder in Aussicht gestellt bekommen haben.