Grundsätze

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Kooperation und Projektarbeit

Die Freiwilligen können in unterschiedlichen Bereichen tätig sein, soweit diese die Zielsetzungen des Vereins erfüllen. Insbesondere ist die Arbeit im sozialen oder sozialpolitischen Bereich vorgesehen. Unsere Partnerprojekte sind lokal angebunden und werden nicht vorrangig vom Ausland oder internationalen Organisationen initiiert oder geleitet. Ihre Ziele und inhaltliche Arbeit entsprechen den Grundsätzen des Vereins Augenhöhe e.V.

Die Freiwilligen dürfen keine lokalen Arbeitskräfte ersetzen. Die Anforderungen an die Freiwilligen sollten angemessen sein und die Arbeitsbedingungen fair. Wir streben einen partnerschaftlichen Kontakt mit unseren Partnerprojekten an und bemühen uns um regelmäßige Kommunikation und Transparenz. Bei etwaigen Konflikten im Projektalltag oder bei der Begleitung unserer Freiwilligen versuchen wir gemeinsam Lösungen zu finden. Auch hier ist uns der Umgang aller Beteiligten miteinander auf Augenhöhe besonders wichtig.

Auswahl der Freiwilligen

Die Auswahl der Freiwilligen wird im Entsendeland von vertrauten Partner*innen, das heißt Vertreter*innen von Gruppen oder Organisationen, durchgeführt. In Deutschland übernimmt Augenhöhe e.V. diese Aufgabe. Kriterien dazu werden gemeinsam mit den Beteiligten vor Ort entwickelt. Sie werden ausdrücklich nicht von Augenhöhe e.V. vorgegeben, da nur so eine gleichberechtigte Kooperation möglich ist.

Erwartungen an die Freiwilligen

Bewerben können sich alle Interessierten, die zum Ausreisetermin mindestens 18 Jahre alt sind. Der Bildungsabschluss oder die soziale Herkunft stellen keine Auswahlkriterien dar.

Hingegen erwarten wir eine hohe Motivation für das Freiwilligenprogramm sowie die Anerkennung unserer Vereinsgrundsätze. Eine gewisse Erfahrung hinsichtlich der jeweiligen Projektarbeit und der Region sind von Vorteil, jedoch nicht Voraussetzung. Es ist wichtig, dass die Freiwilligen über gute Englischkenntnisse verfügen und bereit sind, die lokale Sprache – entsprechend des Möglichen – zu lernen. Für den Austausch und die Zusammenarbeit mit allen Beteiligten aus den unterschiedlichen Ländern, ist dies unerlässlich.

Wir haben hohe Ansprüche an unser eigenes Verhalten sowie unsere Umgangsweise miteinander und gegenüber anderen. Wir sehen unsere Vereinstätigkeit in einem ständigen Lernprozess und wollen unser Handeln immer wieder reflektieren und hinterfragen. Für konstruktive Kritik sind wir jederzeit offen und dankbar.

Daran anschließend erwarten wir auch von unseren Freiwilligen, dass sie lernbereit sind und gewisse Grundsätze einhalten. Unsere Freiwilligen sollen sich bemühen ein Vorbild für andere zu sein und sich im Gastland so zu verhalten, dass die nächsten Freiwilligen wieder willkommen geheißen werden. Das beinhaltet zum Beispiel Anstrengungsbereitschaft; nicht nur um Schwierigkeiten zu überwinden, sondern auch um die Sprache der Gastregion zu lernen und sich mit deren politischer Lage, Kultur und Geschichte auseinanderzusetzen. Dazu ist es wichtig, den Menschen respektvoll zu begegnen, erst zu beobachten und dann zu handeln.

Die Freiwilligen sollten das offene, ehrliche Gespräch suchen und bei Problemen bereit sein, Lösungen zu finden und gegebenenfalls Kompromisse einzugehen. Dies erfordert eine gewisse Flexibilität, Geduld und vor allem Frustrationstoleranz, wenn etwas mal nicht nach Plan verläuft. Außerdem ist ein großes Maß an Eigenengagement nötig, nicht nur bei den Tätigkeiten im Projekt, sondern auch beim Aufbau eines Spenderkreises und bei organisatorischen Vorbereitungen.

Neben allgemeinen Erwartungen an Verhaltens- und Herangehensweisen gibt es auch ganz konkrete Erwartungen, die die Freiwilligen erfüllen sollten. Dazu gehören die regelmäßige Kommunikation mit den verschiedenen Ansprechpartner*innen, sowie die Erstellung von Erfahrungsberichten. Nach Ende des Jahres sollen die Freiwilligen als Multiplikator*innen durch Berichte, Infoveranstaltungen oder Ähnliches ihre Erfahrungen in die eigene Gesellschaft tragen, um so ihr gewonnenes Wissen vielen Menschen zugänglich zu machen.